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Raubritter Eppelein von Gailingen im Druidenhain

  • von Hildegard Grünthaler
  • 28 Okt., 2018

Gruselige Legenden um Frankens berühmtesten Raubritter

Der Druidenhain bei Wohlmannsgesees
Der Druidenhain bei Wohlmannsgesees
Ob hier einst wirklich keltische Druiden ihre geheimnisvollen Rituale zwischen den bemoosten Felsen abhielten, ist nicht gesichert. Die Phantasie der Menschen hat der mystisch anmutende Druidenhain bei Wohlmannsgesees in der Fränkischen Schweiz jedoch schon immer angeregt. Ganz besonders zu einer Zeit, als die Mehrheit der hier ansässigen Dorfbewohner abergläubische Analphabeten waren. Hexenwahn und Teufelsglauben bestimmten das Denken der Menschen.
So sollen zu mitternächtlicher Stunde die Spießgesellen des berüchtigten Raubritters Eppelein von Gailingen im Druidenhain ihrem Anführer die Treue geschworen haben.
Die Leute aus dem nahegelegenen Wohlmannsgesees hörten den Lärm und glaubten an ein Bankett der Hexen und Teufel, zelebriert mit Menschenblut und Kinderfleisch. Noch heute munkelt man, dass es in der Nacht dort nicht geheuer ist.
Im Dridenhain bei Wohlmannsgesees
Im Druidenhain bei Wohlmannsgesees
Im benachbarten Trainmeusel soll die Burg des fränkischen Raubritters gestanden haben. Weil sein kleines Lehen nicht viel abwarf, verlegte sich Eppelein von Gailingen darauf, die Handelswege um Nürnberg unsicher zu machen und die reich beladenen Fuhrwerke zu überfallen. Irgendwann um das Jahr 1372 wurde der Raubritter gefangen und in Nürnberg zum Tod am Galgen verurteilt. Der Legende nach soll er mit seinem Pferd in einem gewaltigen Satz über den Burggraben gesprungen und entkommen sein. Legendär ist auch sein Ausruf: »Die Nürnberger hängen keinen, sie hätten ihn denn!« Touristen können noch heute die angeblichen Hufabdrücke auf der Burgmauer bestaunen.
Mit Kindern und Hunden kann man hier herrlich Verstecken spielen
Mit Kindern und Hunden kann man hier herrlich Verstecken spielen
Den Oberpfälzern entkam der Raubritter letztendlich doch nicht. 1381 wurde er in Postbauer gefangen genommen und in Neumarkt auf ziemlich grausige Weise hingerichtet. Es heißt, in Trainmeusel soll zur Geisterstunde mitunter ein Trupp Reiter mit Eppelein an der Spitze erscheinen, die Stelle wo einst die alte Burg lag, umrunden, um dann in den Dorfweiher hineinzureiten. Auch wenn man weiß, dass die (heute nicht mehr existierende) Burg in Trainmeusel erst lange nach Eppeleins Tod errichtet wurde, und die Nürnberger Burgmauer mit den Hufabdrücken zur Zeit Eppeleins in der heutigen Form noch gar nicht existierte, leben die Legenden um den fränkischen Raubritter trotzdem weiter. Dass Eppelein von Gailingen vor rund 700 Jahren wirklich gelebt hat, ist jedoch keine Legende.
Jetzt in der kühlen Jahreszeit lohnen sich längere oder kürzere Wanderungen und Ausflüge durch die Fränkische Schweiz. Und wenn es düster wird, kann man sich ein wenig im Druidenhain gruseln. Esoteriker behaupten übrigens, dass der Hain ein Kraftort wäre.
Auf Camper warten viele Stell- und Campingplätze:
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Der Legende nach soll der Raubritter mit seinem Pferd über die Nürnberger Burgmauer gesprungen sein
Der Legende nach soll der Raubritter mit seinem Pferd über die Nürnberger Burgmauer gesprungen sein
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